Unschöne Dinge

So endlich finde ich die Zeit mal wieder etwas auf „Papier“ zu bringen.

 

ich möchte euch ein paar meiner Narben erklären.Also abgesehen von denen die ihr schon kennt.

 

Es war Sommer 1999 als meine Erzeugerin Martina mal wieder beschloss die Seelen ihrer Kinder weiter zu vergewaltigen.

Es begann wie immer. Martina hatte einen Termin beim Sozialamt, das Geld war nicht gekommen. Den Grund weiß ich nicht mehr. Ich erinnere mich nur an einen sehr prägnanten Satz den sie zu der Sachbearbeiterin sagte: Denn kann ich mich und meine Kinder gleich aufhängen!

Wir fuhren nach Hause. Auf dem Heimweg kratze Martina ihr letztes Geld zusammen um sich den guten Billig Wein zu holen. Zuhause trank sie diesen und ging in den Keller zu dem Schrank an den wir nie ran durften. Katherine und ich waren draußen und als wir wieder rein kamen hatte Martina ein kleines Paket in der Hand. Es war nun bereits Nachmittag und sie entschloss sich essen zu machen. Es gab Rahmspinat. Aber es roch anders als zuvor. Es beißender und unangenehmer Geruch verbreitete sich in der ganzen Wohnung. Sie sagte das wäre ein Gewürz … Koriander…

Im Mülleimer sah ich eine weiße Plastikverpackung mit einer Ratte drauf. Mein Gefühl sagte mir das heißt nichts Gutes. Sie antworte schroff das es eine Kartoffel sei. Das „Essen“ war fertig und sie zwang uns dieses ungenießbare Zeug bis zum Ende auszulöffeln. Rahmspinat mit Rattengift.

Danach gingen wir in die Stube , sie klappte das Schlafsofa aus und machte den Film „Alice im Wunderland“ an.

Katherine und mir wurde schnell schlecht und Martina fing weinend das beten an. Sie bat Gott um Vergebung , sie weiß keinen anderen Weg, es würde uns besser gehen im Himmel. Katherine verstand schneller als ich das Martina uns grad vergiftet hat. Mit Rattengift. Wie Ungeziefer wären wir innerlich verblutet.

Kleiner Sidekick : Mein Psychiater fragte mich vor einiger Zeit ob das irgendwelche Spätfolgen Zur Folge hatte…. Naja ich lächelte ihn an und sagte : wissen sie ich sitze hier bei Ihnen und brauche ein neues Antidepressivum … also schon irgendwie. Sein Blick … unbezahlbar.

 

Zurück zur eigentlichen Geschichte. Meine Schwester flehte Martina an einen Rettungswagen zu rufen. Wir wollten nicht sterben. Alleine der Gedanke schien mir völlig absurd. Schließlich wurde ich in der Vorwoche erst eingeschult und ich wartete sehnsüchtig auf die Bilder des Fotografen von diesem Tag.  Was passiert nach dem Tod? Bin ich denn einfach weg? Komme ich in den Himmel. Fragen die eine 6 jährige sich eigentlich nicht stellen sollte. Katherine sprang auf und ging zum Telefon und wählte die 112. Martina flehte sie an nicht zu sagen das sie uns vergiftet hat, weil wir sonst ins Heim und sie ins Gefängnis kämen. Im Nachhinein glaube ich ein Heim wäre besser gewesen als bei diesem Monster zu leben.

Denn überschlugen sich die Ereignisse. Der RTW kam und brachte Katherine und mich ins Kinderkrankenhaus nach Altona. Martina kam in eine andere Klinik. Wir mussten den Magen ausgepumpt bekommen und viele Medikamente nehmen. Aber trotz allem war es irgendwie normal das Martina sowas versuchte. Wir waren ihre Eskapaden gewohnt und immer wieder deckten wir sie. Wir haben gesagt wir hätten gekocht und ein Gewürz aus dem Keller geholt was in einem Glas war. Erst als uns schlecht wurde ahnte  wir das es kein Gewürz war.

Nach einer Woche hat sie uns aus dem Krankenhaus abgeholt.

Manchmal erschrecke ich mich über mich selbst. Gerade wenn ich meine Erlebnisse nieder schreibe wünsche ich mir wir hätten sie bloß nicht immer retten sollen. Denn schäme ich mich das ich sowas denke , aber ich glaube denn wäre ich heute nicht so kaputt wie ich es bin. Seit dem ich keinen Kontakt mehr zu Martina habe weiß ich was für ein kranker Mensch sie ist. Ich hoffe das irgendwann das Karma zuschlägt und sich in unserem Namen rächt. Obwohl nach Rache steht mir nicht der Sinn , ich wünsche mir eigentlich nur das die Welt die Wahrheit über sie erfährt und die Menschen sich nicht mehr von ihr und ihren Lügen einwickeln lassen. Ich wünsche ihr das sie einsam und alleine irgendwann auf dem Sterbebett liegt und sich wünscht sie hätte uns das nicht alles angetan.

Aber in Ihren Augen ist sie das Opfer.

Lest mal selbst:

http://www.trauer.org/gimik/kerzeanzuenden.php5?id=613&n=0&m=39

 

Die Liebende Mama welche alles für ihre Kinder getan hätte… Alles außer eine Mutter zu sein.

Und trotzdem ist mein Herz warm und voll mit Liebe. Sie hat mein Herz nicht getötet.

 

Mein Geburtstag …

Da Isse wieder …!

Im Moment ist mein Kopf sehr geordnet , ich bin wieder Leistungsfähig und die Worte sprudeln aus mir heraus.  Die Arbeit geht mir sehr leicht von der Hand  und vorgestern sagte mein Teamleiter mir was für eine grosse Bereicherung ich für das Team bin. Mit Falk läuft es auch super. Ich war selten so verliebt und glücklich wie ich es im Moment bin.

Naja, übermorgen ist mein Geburtstag. Irgendwie macht es mich traurig. Es macht mich traurig geboren geworden zu sein. Mein ganzes Leben lang war dieser Ehrentag immer zum kotzen. Abgesehen davon das ich eigentlich immer Gutscheine für Dinge ,die ich eh nie zu sehen bekommen habe, bekam… nein ich erinnere mich auch an viele schlimme Kinderpartys die im Saufgelage meiner Mutter ausarteten.  Aber hey irgendwann durften eh keine anderen Kinder mehr zu mir kommen weil ich war ein Assi Kind. In der Schule wurde ich eh gemobbt und geprügelt weil Martina des Öfteren sich an die Väter meiner Mitschüler ran machte und auch mal sternhagelvoll mich morgens zum Bus brachte. Ja , ich schäme mich als Kind dieser Frau geboren zu sein. Und ich glaube deswegen ist mein Geburtstag nie etwas gutes gewesen. Auch in den Erwachsenen Jahren gab es bisher nie einen besonders erwähenswerten Geburtstag. Die meisten wissen ( abgesehen von Facebook ) nicht einmal das ich Geburtstag habe.

ich habe im Mai für eine Freundin eine Überraschungsparty gemacht , es war teuer und recht aufwendig zu koordinieren und auch allen hat es gefallen bis auf dieser Freundin. Ich gab mir soviel Mühe weil ich ihr einen tollen Tag machen wollte und auch sonst versuche ich Freunden zu zeigen das ich mich freue das sie geboren wurden sind. Ich freue mich anderen eine Freude zu machen.  Aber oft wünsche ich mir das es mal jemanden gibt der sowas auch mal für mich machen würde. Hey Sarah , schön das du geboren worden bist!

ich bekomme total ungern etwas geschenkt weil ich immer das Gefühl habe es nicht verdient zu haben. Mir wurde mein Leben lang gesagt das ich es nicht verdient habe geboren worden zu sein. Und oft glaube ich das auch.  Es ist so eingebrannt in meiner Seele das dieser eigentliche Tag zum feiern ehr ein trauriger Tag ist.

Dieses Jahr schenke ich mir wieder etwas selbst und erfülle mir einen Ausflug nach München in die Therme Erding. Ich versuche mich solangsam mit mir anzufreunden und zu lernen das ich es wert bin auch Geld für mich auszugeben. Leichter gesagt als getan. Ich glaube dieser Tiefe Selbsthass ist ein großes Problem in meinem Leben. Aber wie lernt man mit sich selbst auszukommen? Ich wäre gerne jemand anderes. Dabei finden mich viele Menschen garnicht so übel , wieso kann ich mich nicht mögen?

Ich glaube solange ich mich nicht mag wird auch mein Geburtstag kein Feiertag.

Aber wir haben ja noch ein paar Jahre zum an nähern 😀

#SpruecheUnsererMuetter

Hallo mal wieder,
heute bin ich ein wenig im Internet rum gesurft und bin auf einen Artikel in der Hamburger Morgenpost gestoßen mit dem Titel : #SpruecheUnsererMuetter
Neugierig klickte ich darauf und las den Inhalt. Schnell erblickten meine Augen schreckliche Dinge die ich selbst schon oft genug in meinem Leben gehört hatte.
Ich empfand den Autoren gegenüber enormes Mitleid aber da war ein seltsames glückliches , erleichtertes Gefühl. Ja, das klingt nun zwar Verstörend aber ich war froh das zu lesen und zu wissen ich bin nicht allein. Die Mutter an und für sich wird ja immer noch als scheinbar heiliges Wesen gesehen. Sie hat einen Menschen zur Welt gebracht , sie liebt ihr Kind bereits bevor sie es kennenlernt sie hat ein Kind 9 Monate unter ihrem Herzen getragen und unter Schmerzen zur Welt gebracht… Bla bla bla … Nein , eine Mutter ist kein Garant für Liebe. Wenn man mit einer Mutter wie meiner oder die der anderen #SpruecheUnsererMuetter Autoren gestraft ist denn ist das ganz sicher ein Garant für seelische Narben und tiefe Traurigkeit.
Ich habe so viele schlimme Sachen bei meiner Mutter erlebt und gehört. Von ein paar davon möchte ich euch erzählen. Also Achtung: Trigger Gefahr!
Am 10.10.2005 ist mein Bruder unerwartet an einer Hirnblutung verstorben. Als wenn das nicht schlimm genug gewesen wäre versuchte meine Mutter Martina sich mal wieder das Leben zu nehmen. Sie fraß mal wieder Diazepam und betrank sich. Angesichts des Todes meines Bruders ist das wohl auch irgendwie nachvollziehbar das man versucht sich zu betäuben. Es kam wie es kommen musste und die Polizei stand vor der Tür nachdem Martina schreiend auf dem Balkon stand. Martina fuhr Katherine und mich hart an das wir die Polizei loswerden sollen. Also belogen wir mal wieder die Beamten. Mittlerweile hatten wir da ja Routine drin. Aber ich hatte Angst. Selbst von tiefer Trauer zerfressen musste ich mal wieder stark sein für Martina und Katherine. Ich gab den Beamten einen dezenten Hinweis das sie strake Medikamente genommen haben und sie kamen daraufhin in die Wohnung. Kurz darauf kam der Rettungswagen und nahm sie mit. Katherine und ich sind denn mit dem Fahrrad hinterher ins Krankenhaus. Das Bild was wir vorfanden war schrecklich. Martina war an Händen und Füßen ans Bett gefesselt , schrie und tobte. Die Schwester schob uns gleich wieder aus dem Zimmer und sagte wir dürfen erst später zu ihr wenn es ihr besser geht. Es vergangen scheinbare endlose Stunden bis ein junger , sehr netter Arzt zu uns kam und uns sagte das sie Martina in die Psychiatrie Rickling bringen würden. Es wäre besser für sie um die Trauer professionell verarbeiten zu können. Daraufhin sagte er wir könnten zu ihr , sie hätte sich beruhigt.
Erneut in dem Zimmer angekommen war sie immer noch gefesselt und sie weinte bitterlich. Katherine und ich legten unseren Kopf an sie und versuchten sie zu trösten. Sie bat uns sie los zu machen was die Schwester aber strikt verboten hat. Wir haben ihr erklärt das sie mit nach Rickling muss um sich zu erholen. Ihre verweinten Augen veränderten sofort ihr Äußeres und es sprühte der Hass aus ihr.
Sie tobt trotz der Fesseln heftig und im nächsten Moment erstarrte sie quasi. Ich ging erneut zu ihr und wollte sie trösten da kamen diese Worte die ich bis heute nicht vergessen kann:
„Ich wünschte du wärest an seiner Stelle gestorben , du bist das Kind was ich immer am meisten gehasst habe!“
Ich war 13 Jahre alt. Hat euch schon mal jemand ins Gesicht gesagt das er oder sie sich euren Tod wünscht?
Das wünsche ich wirklich niemanden. Das ist tatsächlich eins der schlimmsten Dinge die mir passiert sind.
Ich glaube der Tod von meinem Bruder Joachim hat sie komplett gebrochen. Wenn es vorher schon schwer war mit ihr war es danach unerträglich. Mit 16 Jahren bin ich denn von zuhause weggelaufen und kurze Zeit später in meine eigenen 4 Wände gezogen. Katherine ist bereits mit 13 Jahren freiwillig in eine Jugendwohngruppe gezogen und ich denke Joachim hat ähnliches wie wir erlebt und ist ebenfalls früh zu Martinas Tante Astrid gezogen.
Als ich denn also alleine die letzten 3 Jahre vor meinem Auszug alleine mit Martina lebte häufte sich der Horror. Früher hatte Katherine das alles abbekommen und ich hatte ein relativ angenehmes Leben bis auf ihre Alkohol und Drogenexzesse sowie der gehäuften Selbstmordversuche. Und jetzt war ich nicht mehr nur noch ihre Krücke , Lebensgefährte sondern auch der Blitzableiter. Sie machte mich verantwortlich für ihr gescheitertes Leben. Es standen Dinge wie :
„Ich hätte dich im Kinderbettchen ersticken sollen!“
„Du bist ein kaltes , herzlose Monster.“
„Dich wird nie jemand lieben!“
„Du vergiftet alle um dich herum!“
„Wegen dir bin ich alleine weil du alle Männer in meinem Leben vergrault hast.“
„Du hast mein ganzes Leben zerstört.“
„Du bist ein niemand.“
„Du bist krank und gestört“
Naja und vieles mehr. Neben der seelischen Grausamkeit standen für früher Katherine ( vermutlich Joachim bereits vor uns) und denn für mich Schläge auf der Tagesordnung. Einmal schlug sie mir so fest ins Gesicht das ich das Gefühl hatte ich würde Ohnmächtig werden. Zudem kratzte Sie mir mit ihren Krallen des Bösen das ganze Gesicht blutig. Das war der Tag an dem ich weglief. Ich nahm meine Schulsachen , ein paar Klamotten und meine Ratte Morty und lief raus. Draußen traf ich ein bekanntes Gesicht aus der Schule und erzählte weinend was passiert war und bat darum mich zu meiner damals besten Freundin Joana zu bringen. Ab da wurde mein Leben wirklich besser. Meine Ausbildung begann , ich zog nach Hamburg in meine eigene Wohnung , ich lernte neue Leute kennen, ich hatte einen neuen Freund und ohne Martina war mein Leben so viel besser.
Ich ahnte damals aber noch nicht das es nie vorbei sein würde mit ihren seelischen Foltermethoden.
Ab und an hatten wir immer wieder kurz Kontakt weil ich mich zu dem Zeitpunkt immer noch nach einer normalen Familie sehnte und ich dachte irgendwann würde sie sich ändern. Naja 10 Jahre später weiß ich mittlerweile das sie so sterben wird und sie sich nie ändern wird. Sie reißt mit sich alles in den Abgrund also ist es besser viel Abstand zu ihr zu waren.
Mit 17 Jahren wurde ich krank. Ich hatte immer wieder schwere Mandelentzündungen die so schwer verliefen das ich eine Blutvergiftung bekam und der Arzt sagte die Mandeln müssen dringend raus. Ich brauchte also ihre Einverständniserklärung für die OP. Verängstigt von der bevorstehenden OP rief ich sie an und und bat sie die Einverständniserklärung für den Eingriff zu unterschreiben. Sie lachte nur und sagte kalt und bitterböse :
„Ich würde nicht mal etwas unterschreiben wenn dein Leben davon abhinge , du kannst meinetwegen dreckig verrecken.“

Naja daraufhin folgten ein paar Termine mit dem Jugendamt , einem Anwalt und dem Amtsgericht und ihr wurde im Eilverfahren das Sorgerecht entzogen und ich hatte auf einmal medizinische Selbstbestimmung. Ab und an musste ich mich bei einer Dame vom Hamburger Jugendamt melden das es mir gut ging aber man sah meine geistige Reife und traute mir zu im Jahr vor meiner Volljährigkeit für mich selbst zu sorgen.
Aber wenn ich das grade so niederschreibe glaube ich immer noch das Katherine es wesentlich schlimmer getroffen hat als ich. Solange wie ich mich erinnern kann wurde Katherine von Martina geschlagen , gedemütigt und missbraucht. Ich kann mich noch gut dran erinnern wie sie Katherine immer sagte das sie genauso hässlich sei wie ihr Vater , sie dumm ist und das nie etwas werden wird. Sie schlug sie fast täglich. Und einmal erinnere ich mich das sie sie gezwungen hat sich auszuziehen und sich vor ihr selbst zu befriedigen weil Katherine eh nur ihre ( Zitat) „Fotze“ im Kopf hat und sie sich von jedem ficken lässt wie bereits im zarten Alter von 8 Jahren von dem Nachbarsjungen. Ich glaube Katherine ist an diesem Martyrium zerbrochen. Sie ist starke Borderlinerin und am ganzen Körper zerschnitten. Manchmal würde ich sie einfach gerne anrufen und ihr sagen das es mir leid tut das ich immer nur zugesehen habe. Aber wir haben auch schon seit vielen Jahren kein Kontakt mehr. Wobei ich glaube mittlerweile hat sie ihr Leben so gut wie im Griff. Sie hat einen kleinen Sohn namens Elias , laut Facebook wohl glücklich vergeben und mein letzter Stand ist das sie eine Ausbildung gemacht hat. Ich wünsche ihr vom Herzen das sie irgendwann die Qualen unserer Kindheit vergessen kann beziehungsweise damit Leben kann. Ähnlich wie ich hat sie bereits schon viele Therapien hinter sich und hat ziemlich unter der fehlenden Mutterliebe gelitten.
Naja , das waren nur ein kleiner Einblick in die #SpruecheUnsererMuetter.
Eine Mutter zu sein heißt nicht liebevoll zu sein. Und wenn Du oder Ihr ähnliches erlebt habt lasst euch nicht einreden das ihr an eurem Leid selbst schuld seid. Niemand hat drum gebeten geboren zu werden und niemand außer eure Mütter bzw. auch Väter anderes ist schuld an den Narben die ihr heute tragt wegen dem was ihr erlebt habt. Und wer keine Kinder möchte soll verhüten oder gefälligst die Beine zusammen lassen.

Manche Tage…

Heute ist mal wieder ein guter Tag und ich möchte euch etwas von den schönen Seiten meines Lebens erzählen bevor ich nach und nach meine Vergangenheit nieder schreibe.

Die letzten Tage waren sehr düster , ich grübelte und fiel wieder in alte Muster. Die Decke über den Kopf und weinend , versunken in Selbstmitleid. Warum das ganze? Hmm die Hochzeit der Schwester meines Freundes hat mich getriggert. Es war ein schönes Fest , eine bewegende Hochzeit und eine Familie die eng zusammen hält. Das hat mich glücklich gemacht anzuschauen , aber auch traurig weil ich an meine eigene Hochzeit von vor 4 Jahren denken musste.

Ben…

er wird früher oder später ein eigenes Kapitel einnehmen in diesem Tagebuch.

Was ich eigentlich erzählen wollte war von meiner Hochzeit … der Fotograf bat alle Familienangehörigen zu uns aufs Foto. Bens Familie bei ihm und meine bei mir. Naja auf meiner Seite stand nur Thomas, mein geliebter Cousin.  Thomas war schon immer da , fast jede schöne Erinnerung habe ich mit ihm. Er ist auch zu der standesamtlichen Trauung nach Gibraltar geflogen um mein Trauzeuge zu sein. Die Trauung war wirklich sehr zauberhaft und ich denke auch gerne an diesen Moment zurück. Nur mittlerweile weiß ich halt das der Moment perfekt war aber nicht den Mann den ich gewählt hatte.

So da war er nun. Ich als Familien Krüppel  auf einer Hochzeit. So ein bittersüßer Schmerz. Tage vorher überschlugen sich die Erinnerung an meine „Familie“ ,meine Hochzeit , das harte Trennungsjahr sowie die Scheidung vor kurzem.  Da war mein Dämon wieder in seiner vollen Blüte. Er flüsterte mir was für ein nutzloser und nicht liebenswürdiger Mensch ich bin.  Alles was man mir über Jahre eingeredet hat brodelte hoch. Mein neuer Freund Falk ( zusammen seit Januar 2018) verzweifelte fast an mir und verstand meine betäubende Traurigkeit nur schwer, aber immer wieder legte er sich zu mir, kuschelte sich in meinen Rücken und hielt schützend die Hand auf meinen Kopf. Ich habe immer das Gefühl er merkt wenn mein Dämon wieder da ist und versucht mich mit seiner Hand zu schützen.  Aber der Dämon ist stark, stärker als die liebe die Falk mir geben kann. Zerfressen von meinem Selbsthass entfachte ich immer wieder Streit um diesen inneren Druck los zu werden und mich irgendwie auch selbst zu bestrafen. Manchmal glaube ich das ich es nicht verdient habe glücklich zu sein.  Und jetzt grade summt mir das Lied von einer meiner Lieblingsbands „Hämatom – Warum kann ich nicht glücklich sein“ im Kopf.

Glücklich sein fängt bei einem selber an, im eigenen Kopf. Ich habe soviel gutes in meinem Leben und dieses schlechte was mir wieder fahren ist kann hier stehen , sollte aber nicht meine Gedanken beherrschen.  Ich habe mittlerweile einen wirklich tollen Job wofür ich 4 Jahre hart gekämpft habe. Ich habe zwei wundervolle Hunde , Bella und Akira die mich nicht nur einmal aus meinem Loch gezogen haben. Ich habe Falk , der liebt alles an mir was ich hasse glaube ich manchmal. Er ist bedingungslos. Denn habe ich tolle Freunde die meine Familie sind. Marcel , seit 2006 mein Bruder im Geiste. Mein Fels in der Brandung , meine Motivation wenn ich sie verloren habe und mein guter Geist. Marion und Benny , die mir meine Fehler verziehen haben und mich auch kennen wenn ich nicht der Klassenclown bin. Sven mein Ziehpapa der mich damals sogar zum Altar geführt hat und immer ein Ohr für mich hat. Und denn noch Ute. Gott, ich wünschte sie wäre meine Mutter. Immer wenn ich bei ihr bin habe ich dieses warme Gefühl. Sie ist umgeben von soviel Liebe und Wärme. Sie ist nicht nur die beste Hundenanny die es gibt , nein sie ist mehr Mama für mich als die Frau die mich geboren hat. Vor einiger Zeit hat sie mich zum Flughafen gefahren und stand solange am Sicherheits Check-In bis ich durch die Kontrollen war. Ich stand weinend am Flieger und habe Thomas angerufen um ihm das zu erzählen. Er sagte nur : Du hast auch eine Mama verdient.

Hatte ich das? Meine Mutter versucht seit vielen Jahren mich zu brechen. Ich glaube sie ist neidisch das ich nicht so ein Leben führe wie sie es tut. Nein ich lebe in geregeltenVerhaltnissen und ja ich habe mehr Geld zur Verfügung als sie im ganzen Leben hatte. Und Thomas hatte recht : ICH habe es verdient. Ich habe eine Mama verdient , eine Familie und ich habe es verdient glücklich zu sein.  Und damit fange ich jetzt wieder an.

Am Wochenende habe ich die Dosis meiner Medikamente erhöht. Jahre lang als Satanszeug verteufelt,hat mir das Antidepressiva sicherlich das Leben gerettet. Ich bin wieder ich, der Dämon ist nur noch selten da.

Und daher ist es ein guter Tag. Ich erlaube mir grad einfach glücklich zu sein mit meiner kleinen Familie. Ich Kuschel mich nun an Falk bevor es bald Zeit zum schlafen ist.

Mein Glück fängt bei mir an. Ich bin unbesiegbar.  Die Depression ist ein Teil von mir aber nur ein sehr kleiner.

Meine Zeit ist jetzt.

Die erste Erinnerung meines Lebens

Kennt ihr das? Die ersten Jahre eures Lebens sind ehr verschwommene Erinnerungen? Randnotizen eurer Entwicklung?

Ich habe diese eine Erinnerung die mich bis heute regelmäßig im Schlaf besucht. Ein immer wieder kehrender Albtraum. Jedes Detail ist so schmerzhaft real.

Ich war 5 Jahre alt, noch unbeschwert und kuschelte mit meinem Meerschweinchen Sofie auf dem Flur. Zu dieser Zeit haben wir in einer Wohnung in Halstenbek gewohnt. Ich ging noch in den Kindergarten „Bick Bargen“.  Diese Wohnung war im Dachgeschoss , oft hörte ich dem Regen zu wie er auf die Velux Fenster prasselte , ein Geräusch was heute noch beruhigend auf mich wirkt. Besonders prägnant an dieser Wohnung war der Flur. Als kleines Kind schien er endlos lang. Ich habe oft auf dem glatten Boden gesessen und gespielt. Meine Mutter , Martina, hat mich an diesem Tag zuhause gelassen damit sie Gesellschaft hat. Das passierte in häufiger Regelmäßigkeit und zieht sich tatsächlich auch durch meine ganze Schulaufbahn.

Sie hatte früh morgens schon das trinken angefangen. Den Grund dafür weiß ich nicht mehr ganz genau. Ich glaube sie hatte sich mit meinem Bruder , Joachim, gestritten. Mein Bruder ist Baujahr 1982 und war daher schon 15. Er ist bereits früh zu der Tante unserer Mutter gezogen, Astrid. Er hat es zuhause nicht mehr ausgehalten.

Sie lag auf dem ausgebreiteten Schlafsofa unter der Decke und mit aufgedrehter Musik. Sie trank immer mehr und war schon stark alkoholisiert als meine Schwester Katherine von der Schule heim kam. Meine Schwester ist Baujahr 1989 und war damals schon in der 2. Klasse. Martina rief Katherine zu sich ran obwohl Katherine noch nicht einmal ihre Schulsachen weggepackt hat.

Ich saß immer noch auf dem Flur, spielte und lauschte was in der Stube vor sich ging. Martina befahl Katherine, dass sie aus der Küche ein Messer holen sollte. Katherine lief los und kam mit einem Buttermesser wieder. Martina würde sauer und schrie sie an das sie ein scharfes Messer braucht, sie solle eins aus dem neuen Messerblock holen.

Dieser Messerblock. Er war aus Holz und es stecken zirka 8 höllisch scharfe Fleischmesser in ihm. Wenn ich heute so einen Messerblock sehe läuft es mir kalt den Rücken runter und es manifestiert sich in mir ein schreckliches Gefühl.

Also lief Katherine erneut los und holte eins dieser Messer aus dem besagten Messerblock. Leicht verwirrt gab sie es Martina und fragte was sie damit im Bett wolle. In einem harschen Ton sagte sie nur sie solle jetzt mit mir ins Zimmer gehen und spielen. Katherine kam zu mir und fragte mich warum Mama traurig sei. Ich wusste es ja auch nicht. Wie auch , ich war 5 Jahre alt und meine größten Sorgen waren damals noch mit was ich heute spiele. Naja , zumindestens bis zu diesem Tag.

Martina weinte immer bitterlicher im Wohnzimmer , ihr Schmerz war fürchterlich und ich wollte sie trösten. Ich ging zu ihr und sah wie sie das Messer an ihr Habdgelenk hielt. Ich hatte Angst und sagte sie muss aufpassen sonst schneidet sie sich noch. Sie weinte schrecklich , legte das Messer unter ihr Portmonee und erklärte mir das das Portmonee so schwer sei das sie es da nicht rausziehen könnte. Sie befahl mir in mein Zimmer zu gehen und mit Katherine zu spielen. Ich weiß noch wie verwirrt ich war. Ich setzte mich wieder auf den Flur und besprach mit Katherine, dass wir auf Mama aufpassen müssen, ihr gehts nicht gut. Katherine und ich beschlossen abwechselnd auf Mama aufzupassen. Martina trank und schlief abwechselnd. Rückwirkend betrachtet waren sicherlich ihre Freunde „Diazepam“ auch mit von der Partie.

So verging der Tag. Irgendwann war ich im Badezimmer. Katherine ging wohl kurz in unser Zimmer und Martina ergriff ihre Chance. Ich kam aus dem Zimmer und Martina war nicht mehr im Bett. Panisch lief ich in das Wohnzimmer und entdeckte sie schließlich in der Wohnküche in dem Moment wo sie sich die Pulsadern aufschnitt.

Könnt ihr euch vorstellen wie viel Blut da auf einmal ist? Und könnt ihr euch vorstellen wie viel Blut das für eine 5 Jährige ist? Ich rief hysterisch Katherine. Martina lies das Messer fallen und sagte auf die Knie und weinte bitterlich als das Blut aus ihr raus lief.

Ab diesem Moment habe ich nur noch verschwommene Erinnerungen.  Ich weiß nur noch das Katherine und ich im Badezimmer nach Pflastern suchten, weil Martina hat uns auch immer Pflaster aufgeklebt wenn er bluteten. Ich weiß es nicht mehr ganz genau aber ich glaube Katherine rief Jürgen an, er war der beste Freund von Martina. Relativ schnell kam ein Krankenwagen.

Ab diesem Tag sollte nichts mehr wie früher sein. Ich traute mich nicht mehr Martina aus den Augen zu lassen. Ich fühlte mich für das Geschehene verantwortlich. Ich habe nicht gut genug aufgepasst. Ab dahin versuchte ich immer aufmerksam zu lauschen wenn Martina weinte und sobald sie aufstand auch aufzustehen. Bis heute , über 20 Jahre später plagt mich immer noch eine Schlafstörung. Bei jedem Verdächtigen Geräusch bin ich hellwach und in Alarmbereitschaft. Auch träume ich immer wieder dieses Szenario und muss es in diesem Traum verhindern. Massen über Massen Blut und immer wieder der selbe Ablauf. Ich fühle mich immer wieder genauso hilflos wie mit 5 Jahren. Gefangen in diesem Traum um das unverhindedliche zu verhindern.

Mit diesem Tag wurde das Schicksal meiner kleinen Seele besiegelt. ICH musste verhindern das Mama sich umbringt.

Es muss raus !

Hallo,

falls du dich wunderst auf was für einer Seite du gelandet bist … naja so richtig weiß ich das auch noch nicht. Aber was ich weiß, diese ganzen Erinnerungen in meinem Kopf müssen raus. Ich möchte meine Geschichte mit der Welt teilen so wie die Unwahrheiten die in der Welt über mich geteilt werden. Ich werde nach und nach die Ereignisse meines Lebens mit euch teilen. Aber Achtung … vieles davon könnte dich Triggern wenn du grade instabil bist. Wenn du merkst es tangiert dich zu sehr denn lies bitte nicht weiter. Ich weiß selbst zu gut wie es ist wenn Worte einen den Boden unter den Füßen weg reißen.

Die meiste Zeit werde ich über negatives in meinem Leben berichten aber ich möchte dir  auch die guten und schönen Dinge die mich aufrecht erhalten nicht vorenthalten. Alles was ich schreibe entspricht der Wahrheit, es ist nichts aufgebauscht. Ich brauche einfach Platz für meine Seele und ich muss es erzählen. Ich habe eine Stimme und ich habe sie lang genug versteckt. Früher waren mir die Ereignisse meines Lebens peinlich. Aber heute weiß ich das mir das nicht peinlich sein sollte, es sollten den Menschen peinlich sein die mein ganzes Leben schon daran arbeiten mich zu brechen. Aber das alles hat mich stark gemacht …. und traurig. Aber ich lebe jeden Tag damit und manche Tage sind einfach besser als andere.

Danke fürs lesen.