Manche Tage…

Heute ist mal wieder ein guter Tag und ich möchte euch etwas von den schönen Seiten meines Lebens erzählen bevor ich nach und nach meine Vergangenheit nieder schreibe.

Die letzten Tage waren sehr düster , ich grübelte und fiel wieder in alte Muster. Die Decke über den Kopf und weinend , versunken in Selbstmitleid. Warum das ganze? Hmm die Hochzeit der Schwester meines Freundes hat mich getriggert. Es war ein schönes Fest , eine bewegende Hochzeit und eine Familie die eng zusammen hält. Das hat mich glücklich gemacht anzuschauen , aber auch traurig weil ich an meine eigene Hochzeit von vor 4 Jahren denken musste.

Ben…

er wird früher oder später ein eigenes Kapitel einnehmen in diesem Tagebuch.

Was ich eigentlich erzählen wollte war von meiner Hochzeit … der Fotograf bat alle Familienangehörigen zu uns aufs Foto. Bens Familie bei ihm und meine bei mir. Naja auf meiner Seite stand nur Thomas, mein geliebter Cousin.  Thomas war schon immer da , fast jede schöne Erinnerung habe ich mit ihm. Er ist auch zu der standesamtlichen Trauung nach Gibraltar geflogen um mein Trauzeuge zu sein. Die Trauung war wirklich sehr zauberhaft und ich denke auch gerne an diesen Moment zurück. Nur mittlerweile weiß ich halt das der Moment perfekt war aber nicht den Mann den ich gewählt hatte.

So da war er nun. Ich als Familien Krüppel  auf einer Hochzeit. So ein bittersüßer Schmerz. Tage vorher überschlugen sich die Erinnerung an meine „Familie“ ,meine Hochzeit , das harte Trennungsjahr sowie die Scheidung vor kurzem.  Da war mein Dämon wieder in seiner vollen Blüte. Er flüsterte mir was für ein nutzloser und nicht liebenswürdiger Mensch ich bin.  Alles was man mir über Jahre eingeredet hat brodelte hoch. Mein neuer Freund Falk ( zusammen seit Januar 2018) verzweifelte fast an mir und verstand meine betäubende Traurigkeit nur schwer, aber immer wieder legte er sich zu mir, kuschelte sich in meinen Rücken und hielt schützend die Hand auf meinen Kopf. Ich habe immer das Gefühl er merkt wenn mein Dämon wieder da ist und versucht mich mit seiner Hand zu schützen.  Aber der Dämon ist stark, stärker als die liebe die Falk mir geben kann. Zerfressen von meinem Selbsthass entfachte ich immer wieder Streit um diesen inneren Druck los zu werden und mich irgendwie auch selbst zu bestrafen. Manchmal glaube ich das ich es nicht verdient habe glücklich zu sein.  Und jetzt grade summt mir das Lied von einer meiner Lieblingsbands „Hämatom – Warum kann ich nicht glücklich sein“ im Kopf.

Glücklich sein fängt bei einem selber an, im eigenen Kopf. Ich habe soviel gutes in meinem Leben und dieses schlechte was mir wieder fahren ist kann hier stehen , sollte aber nicht meine Gedanken beherrschen.  Ich habe mittlerweile einen wirklich tollen Job wofür ich 4 Jahre hart gekämpft habe. Ich habe zwei wundervolle Hunde , Bella und Akira die mich nicht nur einmal aus meinem Loch gezogen haben. Ich habe Falk , der liebt alles an mir was ich hasse glaube ich manchmal. Er ist bedingungslos. Denn habe ich tolle Freunde die meine Familie sind. Marcel , seit 2006 mein Bruder im Geiste. Mein Fels in der Brandung , meine Motivation wenn ich sie verloren habe und mein guter Geist. Marion und Benny , die mir meine Fehler verziehen haben und mich auch kennen wenn ich nicht der Klassenclown bin. Sven mein Ziehpapa der mich damals sogar zum Altar geführt hat und immer ein Ohr für mich hat. Und denn noch Ute. Gott, ich wünschte sie wäre meine Mutter. Immer wenn ich bei ihr bin habe ich dieses warme Gefühl. Sie ist umgeben von soviel Liebe und Wärme. Sie ist nicht nur die beste Hundenanny die es gibt , nein sie ist mehr Mama für mich als die Frau die mich geboren hat. Vor einiger Zeit hat sie mich zum Flughafen gefahren und stand solange am Sicherheits Check-In bis ich durch die Kontrollen war. Ich stand weinend am Flieger und habe Thomas angerufen um ihm das zu erzählen. Er sagte nur : Du hast auch eine Mama verdient.

Hatte ich das? Meine Mutter versucht seit vielen Jahren mich zu brechen. Ich glaube sie ist neidisch das ich nicht so ein Leben führe wie sie es tut. Nein ich lebe in geregeltenVerhaltnissen und ja ich habe mehr Geld zur Verfügung als sie im ganzen Leben hatte. Und Thomas hatte recht : ICH habe es verdient. Ich habe eine Mama verdient , eine Familie und ich habe es verdient glücklich zu sein.  Und damit fange ich jetzt wieder an.

Am Wochenende habe ich die Dosis meiner Medikamente erhöht. Jahre lang als Satanszeug verteufelt,hat mir das Antidepressiva sicherlich das Leben gerettet. Ich bin wieder ich, der Dämon ist nur noch selten da.

Und daher ist es ein guter Tag. Ich erlaube mir grad einfach glücklich zu sein mit meiner kleinen Familie. Ich Kuschel mich nun an Falk bevor es bald Zeit zum schlafen ist.

Mein Glück fängt bei mir an. Ich bin unbesiegbar.  Die Depression ist ein Teil von mir aber nur ein sehr kleiner.

Meine Zeit ist jetzt.